Rhönklub – „Opfer“ des demographischen Wandels – oder Chance?

Auch am Rhönklub geht der demographische Wandel nicht spurlos vorüber. Wie bei vielen anderen Vereinen ist die Mitgliedschaft oftmals „überaltert“, der Nachwuchs fehlt. Daraus folgern viele Fragen: Was ist zu tun? Müssen wir unseren viel geliebten Verein auflösen? Wie geht es weiter?

Die Rhönklub-Zweigvereine Hünfeld und Nüsttal gehen neue Wege. Da die Stelle eines 2. Vorsitzenden im ZV Nüsttal nach mehreren Anläufen nicht besetzt werden konnte und viele Mitglieder aus Altersgründen nicht mehr aktiv waren, entschloss man sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Nüsttal, sich mit dem benachbarten ZV Hünfeld zu verschmelzen. Von Seiten der Haunestädter wurde diese Initiative, die von Rhönklub-Vizepräsident Bernd Müller-Strauß in die Diskussion eingebracht wurde, von Anfang an wohlwollend aufgenommen. Auch in Hünfeld war die Entscheidung der Mitglieder einstimmig, die Nüsttaler aufzunehmen und sie – einen Schritt weiter – auch in die erweiterte Vorstandschaft einzubeziehen, wenn die Verschmelzung, notariell beglaubigt, am 1. Januar 2013 in Kraft tritt.

Damit werden das Nüsttal und das Hünfelder Land enger zusammenrücken und die Begegnung von Wanderfreunden weiter forciert.

Ein gelungenes Beispiel, wie einem möglichen Auflösen von Zweigvereinen entgegengetreten werden kann – nämlich die Kooperation untereinander ohne Ressentiments und aufgrund des engagierten Eintretens von Vorstands- und Vereinsmitgliedern.

 

Josef Vogt, 1. Vorsitzender des ZV Hünfeld zur Verschmelzung mit dem ZV Nüsttal:

Schon seid vielen Jahren besteht eine enge Verbindung zu unserem Nachbarverein. Gerne haben wir auch schon bisher die landschaftlich sehr reizvoll in der Vorderrhön gelegenen Dörfer von Nüsttal, nämlich Hofaschenbach, Morles, Mittelaschenbach, Silges, Rimmels, Gotthards und Haselstein durchwandert oder besucht. Bei der jährlich stattfindenden gemeinsamen Wanderung mit den Zweigvereinen des Altkreises Hünfeld, Burghaun, Eiterfeld, Nüsttal und Hünfeld, haben wir die Aktiven von Nüsttal auch schon näher kennengelernt.

Vor einigen Monaten wurde bekannt, dass die Nüsttaler bei der Besetzung des Vorstands Schwierigkeiten haben. Eine Anfrage bei unserem Zweigverein wegen eines Zusammenschlusses wurde von unserem Vorstand positiv beschieden. Daraufhin haben nun die ZV Nüsttal und ZV Hünfeld in stattgefundenen Mitgliederversammlungen jeweils einstimmig für eine Verschmelzung der beiden Vereine gestimmt. Das bedeutet nun, dass in einem noch zu schließenden Verschmelzungsvertrag mit Wirkung vom 1. Januar 2013 Nüsttal als abgebender Verein vom ZV Hünfeld aufgenommen wird.

Schon jetzt werden die Mitglieder aus Nüsttal zu Wanderungen und Veranstaltungen eingeladen. Zu Vorstands- oder Wanderführersitzungen erfolgen ebenfalls Einladungen, um sich für die Zukunft abzustimmen.

In der nächsten Mitgliederversammlung des ZV Hünfeld sollen dann Mitglieder vom ZV Nüsttal in Ergänzungswahlen in den Vorstand gewählt werden.

Der ZV Hünfeld ist zuversichtlich, dass künftig ein gutes Miteinander entstehen wird.

 

Nüsttals Bürgermeister Hermann Trabert zur Fusion mit dem ZV Hünfeld

Vielerlei Gründe tragen mit dazu bei, dass der Vorstand des Rhönklub-ZV Nüsttal bestrebt ist, eine neue bzw. zukunftsweisende Organisationsstruktur aufzubauen: Die Bemühungen der Vorstandsmitglieder vor Ort waren im Frühjahr 2011 zunächst darauf gerichtet, einen neuen Vorstand zu wählen und die Arbeit des ZV Nüsttal neu zu strukturieren. Bis auf die Wahl eines/einer Stellvertretenden Vorsitzenden konstituierte sich der neue Vorstand mit dem Vorsitzenden Mario Fladung mit einer großartigen Mannschaft. Die Versammlung zeigte sich zuversichtlich, bis zum Herbst 2011 im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die vakante Position noch besetzen zu können. Dies gelang nicht.

Neben vielen anderen gut gemeinten Ideen wuchs immer mehr der Gedanke, mit einem sattelfesten Verein aus einer Nachbarkommune in Verbindung zu treten und den Weg einer möglichen Kooperation aufzuzeigen. Die erste Adresse galt dem Rhönklub-ZV Hünfeld. Bei dessen Vorsitzenden Josef Vogt stießen die Nüsttaler auf einen kompetenten und offenen Ansprechpartner, der sich dem Ansinnen der Nüsttaler mit viel Herzblut öffnete. Durch ihn und seine versierten Vorstandmitglieder wurde spontan zugesagt, die Form und Art und Weise einer möglichen Zusammenarbeit zu prüfen und einen bald möglichen Zeitpunkt einer Kooperation ins Auge zu fassen. Nach eingehender Prüfung der Sach- und Rechtslage haben zwischenzeitlich die Mitglieder der beiden Rhönklub-Zweigvereine eindeutige Voten für eine Verschmelzung abgegeben, so dass nunmehr vorgesehen ist, Anfang des Jahres 2013 den entscheidenden Schritt zu einer Verschmelzung zu vollziehen.

Diese Fusion wird sicherlich auch wegweisend für andere Zweigvereine im Dachverband des Rhönklub Fulda und darüber hinaus sein.

Als Bürgermeister und Mitglied im Rhönklub-Zweigverein Nüsttal freue ich mich und bin dankbar, dass die beiden Zweigvereine aus Hünfeld und Nüsttal den vorgezeigten Weg einer Verschmelzung gemeinsam gehen wollen und somit der Fortbestand in seiner Zielsetzung auf Dauer gewährleistet werden kann.

 

Mario Fladung, 1. Vorsitzender des ZV Nüsttal zur Verschmelzung:

Die Fusion unseres Zweigvereines mit dem Hünfelder Zweigverein ist ein neuer Weg, um einem möglichen Aussterben der Zweigvereine entgegen zu wirken. Da es die Altersstruktur unseres Vereines nicht mehr zulässt, einen handlungsfähigen Vorstand zu stellen, haben wir beschlossen, eine Verschmelzung mit dem Hünfelder Zweigverein anzustreben.

So bleibt der Rhönklub in Nüsttal präsent, und wir können weiter das Wandern in der wunderschönen Rhön genießen. Ich wünsche mir, dass diese Pilotlösung Schule macht. Denn es ist viel zu schade, einen Zweigverein aufgeben zu müssen und einen weißen Fleck auf der Landkarte zu hinterlassen.

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