Trauer um Paul Bohl

Der langjährige Hauptkulturwart und Vizepräsident des Rhönklubs Paul Bohl hat am 17. Januar 2021 im 89. Lebensjahr seine letzte Wanderung angetreten.

Paul Bohl gehört zu den Mitgliedern, die den Rhönklub in ganz besonderer Weise geprägt haben.

1961, mit 29 Jahren, trat er dem Rhönklub bei und wurde Mitglied im Zweigverein Fulda. Bereits ein Jahr später wurde der Pädagoge als Beisitzer in den Hauptvorstand berufen. Der damalige Präsident Dr. Josef-Hans Sauer erkannte schon bald die Fähigkeiten Bohls, und aus dem Beisitzer wurde der erste Hauptkulturwart des Rhönklubs. Dieses Amt begleitete er immerhin 27 Jahre. Kultur war sein ein und alles. Im Zweigverein Fulda erinnert man sich noch gerne an die von Paul Bohl geführten Wanderungen auf den Spuren frühmittelalterlicher Wege und Straßen. Bohl ist der Initiator der Hauptkulturtagungen. 1965 fand die erste Tagung dieser Art in Neuenberg im Bonifatiushaus statt. Auf dieser Tagung wurden die Grundlagen der Kulturarbeit im Wanderverein erörtert. Ab 1967 trägt die Heidelsteinfeier Bohls Handschrift. Ein Jahr später wurde er vom Deutschen Wanderverband als Verbandskulturwart in den Vorstand berufen. 23 Jahre prägte er mit seinem Motto „Wandern ist Kultur“ die Kulturarbeit in den deutschen Wandervereinen.

Im Wendejahr 1989 kam auch für Paul Bohl eine Wende in der Vereinsarbeit. Er legte das Amt des Hauptkulturwarts, das er mittlerweile 27 Jahre lang ausgeübt hatte in die Hände seines Nachfolgers. Auf der Hauptversammlung des Gesamtrhönklubs in Eichenzell wurde Bohl zum Vizepräsidenten gewählt. Dieses Amt begleitete er 16 Jahre lang. 2005 ging Paul Bohl nach über 40-jähriger Amtszeit im Hauptvorstand in den wohlverdienten „Rhönklub-Ruhestand“ und wurde zum Ehrenmitglied im Hauptvorstand ernannt.

Sein Amt als Hauptkulturwart brachte es mit sich, dass Paul Bohl publizistisch tätig war. In der Mitgliederzeitschrift „Rhönwacht“ und später „Die Rhön wandern und mehr“ und in den Buchenblättern veröffentlichte er zahlreiche Aufsätze kulturellen Inhalts. Als Autor diverser Bücher machte sich Bohl einen Namen. Zu erwähnen sind die umfangreiche Darstellung über die Sankt Andreas Kirche in Neuenberg und seine Wetterregeln aus volkskundlicher Sicht. Da Paul Bohl, dank des Einflusses des früheren Zweigvereinsvorsitzenden Wilhelm Will, ein großer Freund der Krippen und des Krippenbrauchtums war, brachte er selbstverständlich auch eine Publikation über Rhöner Krippen heraus.

Für seine Arbeit im Rhönklub wurde Bohl mit dem „Grünen Band der Rhön“, mit dem „Goldenen Klubabzeichen“ und dem „Großen Ehrenzeichen“ ausgezeichnet. Für seine Kulturarbeit erhielt er 1987 die Justus-Schneider-Medaille und 2006 zusammen mit seinem Kollegen an der Marienschule und Weggefährten Heribert Kramm den Kulturpreis Rhön, die höchste Auszeichnung des Rhönklubs. Vom Deutschen Wanderverband wurde Bohl mit dem „Silbernen“, dem „Goldenen Ehrenzeichen“ des Verbandes und der Carl-Carstens-Medaille geehrt.

Alle die Paul Bohl kannten, werden sich stets an ihn erinnern als einen gradlinigen Menschen und an einen guten Wanderkameraden. Sein Herz gehörte dem Rhönklub und mit seiner Arbeit hat er den Rhönklub nachhaltig mitgestaltet. Unser Mitgefühl gilt den trauernden Hinterbliebenen.

Jürgen Reinhardt, Präsident des Rhönklubs

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